Die meisten Handyverträge werden nach dem Preis ausgesucht. Das ist die Zahl, die am wenigsten aussagt. Hier stehen die fünf Entscheidungen, die den Tarif wirklich ausmachen — in der Reihenfolge, in der Du sie treffen solltest.
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Beratung am Tisch, mitten in Nürnberg.
Ein Handyvertrag ist keine Rechenaufgabe, sondern eine Reihe von Entscheidungen. Wer die in der falschen Reihenfolge trifft — erst der Preis, dann alles andere — landet fast immer bei einem Tarif, der auf dem Papier günstig ist und im Alltag nicht passt.
Erst der Verbrauch, dann der Tarif
Bevor Du irgendeinen Tarif anschaust: Schau nach, was Du verbrauchst. Nicht schätzen — nachschauen. In den Einstellungen Deines Handys steht, wie viel Datenvolumen Du in den letzten Wochen genutzt hast. Deine letzten drei Rechnungen zeigen, ob Du regelmäßig nachbuchen musstest oder jeden Monat die Hälfte übrig hattest.
Das ist die Grundlage für alles Weitere. Wer 8 GB verbraucht, braucht keinen Unlimited-Tarif. Wer jeden Monat in die Drossel läuft, spart mit dem günstigsten Tarif nichts, sondern ärgert sich nur billiger.
Wie Du Deinen Verbrauch richtig liest und was Streaming, Navigation und Social wirklich kosten, steht in unserem Beitrag zum Datenvolumen.
Entscheidung 1: Das Netz
Es gibt in Deutschland drei Netze: Telekom, Vodafone und O2. Alle anderen Anbieter nutzen eines davon. Bei uns bekommst Du Verträge aller drei.
Die Frage ist nicht, welches Netz das beste ist. Die Frage ist, welches Netz an Deinen Orten das beste ist — Wohnung, Arbeitsweg, Büro, Keller, das Dorf der Schwiegereltern. Netzabdeckung ist keine bundesweite Note, sondern eine Frage von Straßenzügen.
Wer in Nürnberg zwischen Südstadt, Nordring und einem Bürogebäude mit dicken Wänden pendelt, merkt Unterschiede, die keine Werbebroschüre abbildet. Wir kennen die Ecken, an denen ein Netz schwächelt, weil unsere Kunden es uns erzählen. Frag uns nach Deinen Adressen, bevor Du Dich festlegst.
Entscheidung 2: Die Laufzeit
Zwei Modelle stehen zur Wahl: 24 Monate Mindestlaufzeit oder monatlich kündbar.
Der lange Vertrag ist in der Regel günstiger pro Monat und oft die Voraussetzung dafür, ein Gerät mit dazuzubekommen. Der monatlich kündbare Tarif kostet etwas mehr, dafür bleibst Du frei — wenn Du umziehst, wenn sich Dein Verbrauch ändert, wenn ein besseres Angebot kommt.
Wichtig zu wissen: Seit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes Ende 2021 gilt nach Ablauf der Mindestlaufzeit für jeden Vertrag eine Kündigungsfrist von einem Monat. Ein 24-Monats-Vertrag wird also nicht mehr automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Das nimmt dem langen Vertrag einen Teil seines Schreckens — aber nicht die Verlängerungsfalle, die im nächsten Punkt steht.
Entscheidung 3: Gerät dabei oder nicht?
Ein Vertrag mit Gerät heißt: Du zahlst das Handy über die Laufzeit mit ab. Die Grundgebühr enthält einen Anteil dafür. Das ist praktisch, wenn Du ohnehin ein neues Gerät brauchst und die Summe nicht auf einmal zahlen willst.
Die Falle sitzt am Ende der Laufzeit: Nach 24 Monaten ist das Gerät abbezahlt — aber die Grundgebühr sinkt nicht von allein. Wer den Vertrag einfach weiterlaufen lässt, zahlt den Geräteanteil weiter, ohne ein Gerät dafür zu bekommen. Das ist der häufigste Fall, den wir am Tresen sehen, und er kostet über die Jahre am meisten.
Deshalb: Wenn Du ein Gerät mit Vertrag nimmst, trag Dir das Vertragsende ein. Und wenn Du Dein aktuelles Handy behalten willst, nimm einen Tarif ohne Gerät — der ist deutlich günstiger, weil kein Geräteanteil drinsteckt.
Was beim Wechsel zu beachten ist — Kündigungsfristen, Rufnummernmitnahme, die typischen Fehler — steht in unserem Beitrag zum Vertragswechsel.
Entscheidung 4: Was drin sein muss
Drei Dinge gehören in jeden Tarif, den wir empfehlen:
EU-Roaming. Innerhalb der EU nutzt Du Deinen Tarif ohne Aufpreis, das ist gesetzlich geregelt. Außerhalb — Schweiz, Türkei, USA — nicht. Wenn Du regelmäßig dort bist, brauchst Du eine Option dafür, sonst wird der Urlaub teuer.
5G. Ist inzwischen in den meisten Tarifen enthalten, aber nicht in allen. Wer ein aktuelles Gerät hat, sollte darauf achten. Wer in einer Gegend ohne 5G-Ausbau wohnt, kann es sich sparen.
eSIM. Die digitale SIM-Karte. Praktisch, wenn Du zwei Nummern auf einem Gerät willst — privat und geschäftlich — oder im Ausland eine lokale Karte dazubuchst. Die aktuellen iPhones unterstützen zwei eSIM-Profile parallel.
Was Du wahrscheinlich nicht brauchst: Zusatzpakete für Musik- oder Video-Streaming, die im ersten Jahr günstig sind und danach teuer. Rechne den Preis nach dem Aktionszeitraum, nicht davor.
Entscheidung 5: Wer sonst noch dranhängt
Wenn mehrere Menschen im Haushalt einen Vertrag brauchen, lohnt sich ein Blick auf Familien- oder Partnerkarten. Zweitkarten sind oft deutlich günstiger als ein eigener Vertrag, und das Datenvolumen lässt sich in manchen Tarifen teilen.
Für junge Leute gibt es bei den Anbietern eigene Tarife. Wer unter der Altersgrenze liegt — sie unterscheidet sich je nach Anbieter — sollte danach fragen. Das gilt auch für Studierende und Auszubildende.
Die drei Fehler, die wir am häufigsten sehen
Erstens: Zu viel Volumen kaufen, aus Angst. Die meisten verbrauchen weniger, als sie denken, weil sie zu Hause und im Büro im WLAN sind. Unlimited klingt beruhigend, ist aber oft der teuerste Weg, sich nicht mit dem eigenen Verbrauch zu beschäftigen.
Zweitens: Den Aktionspreis für den Preis halten. Viele Tarife sind in den ersten sechs oder zwölf Monaten rabattiert. Entscheidend ist, was Du danach zahlst — und ob Du dann noch wechseln kannst.
Drittens: Das Netz nach dem Werbespot wählen. Der Anbieter mit der besten Werbung ist nicht der mit dem besten Empfang in Deiner Straße. Das lässt sich nur vor Ort klären.
Deine Checkliste
Bevor Du unterschreibst, sollten diese Fragen beantwortet sein:
- Wie viel Datenvolumen habe ich in den letzten drei Monaten tatsächlich verbraucht?
- Welches Netz funktioniert an meinen wichtigsten Orten?
- Brauche ich ein neues Gerät — oder will ich mein aktuelles behalten?
- Was kostet der Tarif nach dem Aktionszeitraum?
- Bin ich regelmäßig außerhalb der EU?
- Hängt noch jemand aus dem Haushalt mit dran?
- Wann läuft mein aktueller Vertrag aus — und wann muss ich kündigen?
Wer diese sieben Punkte beantworten kann, braucht keinen Vergleichsrechner mehr. Und wer sie nicht beantworten kann, für den gibt es uns.
Bring Deine letzten drei Rechnungen mit — wir rechnen ehrlich nach.
Fünfzehn Minuten am Tresen reichen. Wir vergleichen Telekom, Vodafone und O2 nebeneinander, sagen Dir, welches Netz an Deinen Adressen funktioniert — und auch, wenn Dein aktueller Vertrag schon passt.


